Der Dokumentarfilm Der gewöhnliche Faschismus gilt als Meilenstein der Filmpublizistik. Der russische Regisseur Michail Romm versucht anhand von historischem Bildmaterial aus der Zeit des Nazi- Regimes am Phänomen des Faschismus das unmenschliche Antlitz sichtbar zu machen und den Mechanismus des Betruges an Millionen von Menschen aufzudecken. Er analysiert die Wurzeln des Faschismus und dessen verhängnisvollen Einfluss auf die menschliche Psyche. Sein bewusst eingesetzter, persönlicher Kommentar verleiht dem Angriff der Bilder auf Entstehung und Erscheinungsformen des Faschismus stärkeren Ausdruck. Mit Hilfe der zusätzlichen Worte unter Anwendung rhetorischer Mittel in seinem Kommentar werden die Zusammenhänge zwischen Bild und Kontext hervorgehoben und verdeutlicht, um andere Interpretationen auszuschließen. Romms Methode der filmischen Montage folgt der rhetorischen Figur der Ironie und ist Ansatz und Versuch zugleich, durch Aufdeckung und Zerstörung der Sehkonventionen des Zuschauers, die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges besser begreifbar zu machen.
„ […] Bemerkenswert durch den detailbesessenen und unbestechlichen Blick, der vor allem die alltäglichen und gewöhnlichen Aspekte der Barbarei enthüllt; revolutionär durch den subjektiven, essayistischen Kommentar, der auf voreilige Erläuterungen verzichtet und zum Mitdenken und Mitfühlen auffordert. Ein Klassiker des analytisch-didaktischen Dokumentarfilms." Lexikon des Internationalen Films
Produktionsjahr: 1965 Produktionsland: UdSSR - Obyknowenny faschism Laufzeit: 128 Minuten Bildformat: 4:3 Tonformat: Dolby Digital Mono Fernsehnorm: PAL, s/w Altersbeschränkung: ab 12 Jahren
Regisseur: Michail Romm
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